
Kronen Zeitung
RINGEN UM WELTMEISTER
Transfer-Wirrwarr: Ärger, Vorwürfe und die Wende
Der Transfer von N‘Golo Kanté sorgte bis zur letzten Minute für Chaos und Ärger in Istanbul. Der Wechsel des Weltmeisters zu Fenerbahçe schien bereits gescheitert zu sein, der Verein reagierte öffentlich verärgert. Doch nach einer wilden Transferposse gab es schließlich ein Happy End.
„Manche Geschichten brauchen Zeit, aber sie bleiben nicht unvollendet. Willkommen bei Fenerbahçe, N’Golo Kanté“, schrieb der türkische Traditionsklub bei der Verkündung des Transfers.
Einigung da – Vollzug ließ auf sich warten
Zwischen Kanté und Fenerbahce hatte bereits seit Wochen eine grundsätzliche Einigung bestanden. Dennoch zog sich der Vollzug des Transfers in die Länge. Am Deadline Day schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der Wechsel offiziell vermeldet wird, doch dann kam alles anders.
Zunächst berichtete der türkische Journalist Yagiz Sabuncuoglu, dass es beim Hochladen der erforderlichen Dokumente ins FIFA-System zu einem Programm-Absturz gekommen sei. Diese Darstellung dementierte Fenerbahce jedoch umgehend. In einem scharfen Statement machte Fenerbahce vielmehr Al-Ittihad für das Scheitern verantwortlich. „Aufgrund fehlerhafter Eingaben der entsprechenden TMS-Daten durch den gegnerischen Verein konnten die Vorgänge jedoch unabhängig von unserem Verein nicht innerhalb der Transferfrist abgeschlossen werden“, erklärte der Klub.
Man habe eine Fristverlängerung beantragt, Gespräche mit der FIFA geführt und „alle Schritte unternommen, um den Vorgang zu einem Abschluss zu bringen“. Dennoch seien die Prozesse „ohne Angabe von Gründen durch den gegnerischen Verein nicht abgeschlossen worden“.
Medizincheck erledigt – Dokumente hochgeladen
Fenerbahce betonte zudem, alle eigenen Verpflichtungen erfüllt zu haben. „Die medizinischen Untersuchungen der transferierenden Spieler wurden abgeschlossen, die erforderlichen Genehmigungen eingeholt und alle Verpflichtungen fristgerecht und vollständig erfüllt“, hieß es weiter. Auch die Unterlagen für die Registrierung seien „vollständig in das System hochgeladen“ worden.
Nächste Wende nach Stunden
Kurz nach dem öffentlichen Schlagabtausch folgte die nächste überraschende Wendung: Al-Ittihad verkündete plötzlich den Abschied von Kanté. Berichten zufolge soll der Franzose zwischenzeitlich sogar die Teilnahme am Training seines Noch-Klubs verweigert haben.
Ende gut, alles gut
Wer letztlich hauptverantwortlich für das Transfer-Wirrwarr war, bleibt offen. Fest steht aber nun eines: N’Golo Kanté wird künftig in der Süper Lig für Fenerbahce Istanbul auflaufen. Nach Chaos, Vorwürfen und Verzögerungen ist der Deal nun doch in trockenen Tüchern.
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